:: fanfictions *Nothing more to lose...* ::

Autor :: Inoue
Kategorie :: Max/Liz, Michael/Maria, Kyle/Isabel
Rating :: PG-13
Zeitpunkt :: nach der 3. Staffel, "Graduation" (allerdings mit anderem Ende)
Spoiler :: bis "Graduation"
Lyrics © by Jann Arden
wird fortgesetzt
Nothing more to lose...
*a road-story*
*P r o l o g*
Trockene Blätter wehten im Wind und wurden mitgerissen, durch die Luft geworfen, immer und immer wieder. Sie schienen nie zu landen. Die glühende Sonne verabschiedete sich für diesen Tag und ein kühler, angenehmer Wind liess die Hitze erträglicher werden.
Die Wüste New Mexicos war tot und trocken. Immer dieselben Steine und mickerigen Pflanzen, die versuchten, bei der täglichen Hitze zu überleben.
Das alte Cabrio wirbelte so viel Staub und Sand auf, dass man kaum erkannte, woher man gekommen war.
Liz drehte sich ein letztes Mal um. Obwohl sie hier schon tausend Male langgefahren war, kam ihr diese steinige Landschaft so schön vor wie nie zuvor.
Sie strich sich ihre schwarzen, seidenen Haare aus dem Gesicht, die immer wieder in der Luft herumgewirbelt wurden und ihre Augen bedeckten; von dem, was sie ein letztes Mal sehen würden.
"Thanks for visiting Roswell - come back soon"
Das etwas schiefe, sehr alte Schild mit der matten Farbe, die schon abzublättern drohte, wurde immer kleiner, entfernte sich immer mehr.
So war es also, ja so fühlte es sich an, wenn man seine Heimat verliess.
Ihr ganzes Leben lang hatte sie gehofft und auf diesen einen Augenblick gewartet, in dem sie dieser verschlafenen Stadt, in der sie sich so lange abfinden musste, zu leben, endlich den Rücken zukehrte. Endlich alles neu gestalten zu können. Und nun war dieser Moment gekommen.
Und Liz empfand etwas ganz anderes, als sie es sich immer gewünscht hatte.
Der strahlend blaue Himmel färbte sich zu einem leuchtenden Dunkelrot weit hinten am Horizont.
Ein letztes Mal dieses Bild von der Stadtgrenze der kleinen Touristenfalle, Roswell.
Ihr Roswell. Ihr Zuhause. Ein letztes Mal diese Strasse, die genau in das kleine Zentrum führte.
Und auf einmal kamen ihr die vielen Augenblicke in den Sinn, in denen sie nach Hause gefahren war, die sie dort verbracht hatte, die sie dort erlebt hatte.
Ohne es zu merken, lief eine kleine Träne über Liz' Wange. Staub flog in ihr Auge und sie musste es schliessen. Sie wollte es wieder öffnen, wieder die Aussicht haben können, doch es schmerzte zu sehr.
"Lebwohl Roswell, New Mexico", flüsterte sie in den Wind hinein.
Doch dann legte sich eine warme, einfühlsame Hand auf ihre, die schon die ganze Zeit zitterte und trotz bleibender Hitze fror.
Ihr Auge errötete sich und immer mehr Tränen wischten den Staub von ihren dunklen Pupillen bis sich ihr wieder ein klares Bild eröffnete.
Lange betrachtete sie die ihr vertraute Hand. Die kleine Narbe auf dem Handrücken, die schlanken Finger, der glänzende Ring am Ringfinger.
Sie hätte nie gedacht, dass ihr ein Mensch jemals so vertraut werden konnte, den sie liebte und der wohl die gleichen Gefühle für sie empfand.
Manches hält für die Ewigkeit und anderes nur bis zum nächsten Sonnenaufgang.
Langsam umschloss sie seine Hand und küsste sie ganz zärtlich.
Sein ruhiger Blick blieb auf die sich vor ihnen erstreckte Strasse gerichtet. Der kühle Wind spielte mit seinen dunklen Haaren im Nacken und seinem ausgeleierten T-Shirt, das immer wechselnde Falten schlug.
Die Sonne war untergegangen, aber die Dunkelheit liess noch auf sich warten.
Und vor ihnen lag die inzwischen unbekannte Strasse.
Die unbekannte Zukunft, die sie überall hin führen konnte.
*P a r t e i n s*
"Oklahoma - 5200 miles" gab das grüne Schild an, an dem sie mit voller Geschwindigkeit vorbeirauschten.
Liz holte sich ihre Jacke vom Rücksitz, zog sie über und grub sich weiter in das Polster des Cabrios. Die Sonne war längst untergegangen und langsam fing es an zu dämmern. Nach diesem heissen Tag war der kühle, fast schon kalte Wind sehr angenehm, doch in dem Cabrio fing man leicht an, zu frieren.
Die Landschaft hatte sich seit New Mexico nicht sonderlich verändert, alles erschien immer noch trocken und verlassen.
Liz ertappte sich dabei, wie sie immer wieder in den Rückspiegel sah, doch niemand verfolgte sie und seitdem die Sonne untergegangen war, begegneten ihnen nur noch sehr wenige Autos auf ihrem Weg.
Nach einer Weile schaltete sie das Radio ein, vielleicht gab es ja dort etwas Interessantes oder schöne Musik, die sie ablenken konnte.
"four billion people surround us
so many souls lose their way
all that we have is each other
and that's all I've ever wanted
don't you think it's funny
tell me what the point is
we could die tomorrow
might as well enjoy this"
Ein kleines Lächeln machte sich auf ihrem Mund und in ihrem Herzen breit, als sie dem Song zuhörte.
Kaum zu glauben, dass es Momente gab, in denen ein Lied, das auch noch zufällig im Radio spielte, die genaue Gefühlslage eines selbst wiedergeben konnte. Genau wie damals, als sie diesen schönen Moment mit Max in seinem Jeep hatte und dann dieses Pferd, das auf die Strasse gelaufen war, alles kaputtgemacht hatte. Damals hatte sie so grosse Angst um ihn gehabt.
Und so wie früher kam ihr dieser derzeitige Moment vor, doch seitdem hatte sich einiges verändert.
Max hatte noch kein Wort zu ihr gesprochen, seitdem sie so kurzfristig und hastig einige Sachen gepackt, ins Auto geschmissen und losgefahren waren.
Das war nun schon über 2 ½ Stunden her und Liz wollte gerne wissen, was in seinem Kopf vorging und was er fühlte.
Die ganze Fahrt über war sein Blick starr auf die Strasse gerichtet und eine Denkfalte hat sich auf seiner Stirn gebildet.
Immer wieder öffnete Liz den Mund, um endlich irgendeinen Satz auszusprechen, doch es schien ihr nie der richtige einzufallen.
Die letzten Tage hatten ihr ganzes Leben von einem Moment auf den anderen drastisch verändert. Ihr schwirrte zu viel im Kopf herum, als dass sie sich genau vorstellen konnte, wie es Max mit alldem erging.
Liz holte tief Luft und zog den Kragen ihrer Jacke noch etwas höher zum Kinn.
"Ist dir kalt?"
Max weiche Stimme liess sie aus ihren Gedanken hochschrecken. Obwohl er die ganze Zeit neben ihr sass, erschien er ihr doch so weit weg.
Endlich hatte er diese unausstehliche Stille gebrochen und Liz fühlte sich auf einmal richtig erleichtert.
"Ein bisschen", antwortete sie und dreht das Radio etwas leiser.
"Ich kann dich auch mal beim Fahren ablösen, Max." bat sie ihm an und zog ihre Augenbrauen etwas hoch.
"Das geht schon. In Oklahoma halten wir und suchen uns ein Motel für diese Nacht. Ausserdem hab ich einen Bärenhunger."
Max drehte seinen Kopf das erste Mal seit der Fahrt zu ihr und grinste sie an.
"Ich auch."
Lächelnd schloss sie für einen Augenblick die Augen und spürte die Wärme, die innerlich in ihr hochstieg.
Sie beobachtete den strahlenden Vollmond, während sie sich ein kleines bisschen glücklicher fühlte an diesem ereignisreichen Tag.
Etwa zwei Stunden später kam eine grosse, etwas dickliche Bedienung schwankend an den Tisch und stellte die beiden Teller und Getränke vor ihnen hin.
"So bitte schön, guten Appetit", sagte sie genervt, während sie den Eingang des kleinen Diner-Restaurants im Auge behielt und sich dann wieder zum Tresen begab.
"Oh ich sterbe vor Hunger", stöhnte Liz und biss in ihren grossen Cheeseburger.
Max musste grinsen.
"Du siehst zum Anbeissen aus, während du den Burger so runterschlingst."
"Scho ei Quoatsch" sagte sie mit vollem Mund und musste aufpassen, dass sie sich nicht verschluckte.
Dann grinste sie jedoch ebenfalls, machte ihren Mund weit auf und zeigte Max ihr Gegessenes.
"Jetscht immer noach?"
Max prustete los und lachte so laut bis sich eine Bedienung fragend nach ihnen umdrehte.
"Es ist schön, dich wieder lachen zu sehen!"
Er seufzte und sie sahen sich beide lange in die Augen.
"Du hast.. da noch etwas Ketchup", sagte er schliesslich und deutete lächelnd auf ihren einen Mundwinkel.
"Oh.. oh danke, wie peinlich..."
Schnell senkte sie ihren Kopf und suchte mit dem Ärmel die kleine Ketchup-Stelle.
"Ich mach das schon..."
Max beugte sich zu ihr und machte es mit seiner Handfläche weg, ohne ihre Haut zu berühren.
"Manchmal ist es eben doch praktisch, ein Alien zu sein", grinste er und wollte seine Hand wieder wegziehen, als Liz sie festhielt, so fest es ging, und sie gegen ihre Stirn hielt.
"Liz..."
Es tat ihm weh, sie so bedrückt zu sehen.
"Wird es ab jetzt immer so sein, Max? Werden wir immer nur unterwegs sein und von Motel zu Motel fahren?"
Sie grub ihren Kopf weiter in seine Hand und ihre weichen Haare fielen langsam auf den Tisch.
"Es hat sich so vieles verändert... Ich weiss, dass uns diese Unbeschwertheit eines Tages verlassen würde, aber nun sind wir ganz allein..."
"Liz", unterbrach er sie mit trauriger Stimme, "Du weisst, dass es für dich alleine viel sicherer wäre."
Mit seiner anderen Hand streichelte er nun ihre schwarzen, samtweichen Haare.
"Sie werden nicht aufhören, nach mir zu suchen und wenn sie mich erst mal gefunden haben und du bist dann dabei, dann... dann..."
Er traute sich nicht, es auszusprechen, mochte es sich nicht einmal vorstellen, dass seiner Liz etwas passieren konnte. Nur wegen ihm.
Langsam hob sie ihren Kopf und schaute ihn traurig an.
"Max, ich weiss, was ich alles auf mich nehme und ich würde noch viel mehr tun, wenn ich nur mit dir zusammen sein kann. Ich würde jederzeit für dich sterben, Max. Denn ohne dich... ohne dich könnte ich niemals weiterleben."
Als Max in ihre grossen, ehrlichen Augen sah, merkte er, wie ernst ihr es damit war. Und wie konnte er auch die Liebe seines Lebens verlassen. Ohne sie wäre er genauso tot.
Er atmete tief ein und seine Augen füllten sich schon mit Tränen. Er konnte sie kaum zurückhalten.
Dann streichelte er mit seinen beiden Händen Liz' zarte Wange, zog sie über den Tisch etwas näher an sich und küsste behutsam ihre Stirn.
Liz schloss ihre Augen und genoss seine Berührung. Auch sie kämpfte gegen die Tränen an.
"Ich will doch nur, dass du glücklich bist. Denn dann bin ich es auch."
Tief schaute er in ihre Augen... bis in ihre Seele.
"Mit dir.. mit dir bin ich doch glücklich. Egal wo wir sind, Max."
Sie legte ihre Hände auf seine, die ihr Gesicht umschlossen, und bewunderte seine einzigartigen, dunkelbraunen Augen.
Diese Augen hatten ihr schon so viel verraten. Sie waren für Liz das Tor zu dem sonst so verschlossenen Max Evans. Diese gefühlvollen Augen, in die sie sich schon das erste Mal, seitdem er ihr im Crashdwon Cafe das Leben rettete, verliebt hatte.
"Max, ich bin nun deine Frau. Ich werde bis in die Ewigkeit an deiner Seite bleiben."
Eine Träne lief über ihre Wange und sie lächelte ihn an. Aus ganzem Herzen und mit aller Liebe.
Ihren Ehemann.
"Danke..."
Mehr konnte er nicht herausbringen, ohne dem innigen Wunsch nachzugehen, sie zu küssen und in seinen Armen zu halten.
Liz hatte sich mittlerweile auf seine Seite gesetzt und schmiegte sich an ihn.
Sehr lange sassen sie dort engumschlungen, während sich das kleine Restaurant mit der Zeit leerte.
Sie wollten sich nie wieder loslassen, denn sie wussten, alleine würden sie das nie durchstehen. Diesen Tag, der alles mit einem Mal verändert hatte, hinter sich zu bringen und einen Weg zu finden, irgendwie damit fertig zu werden. Zusammen.
Denn sie hatten nur noch sich beide. Und das war alles, was jetzt zählte.
Die Vergangenheit war geschrieben, die Zukunft brach nun an. Und egal wie sie werden würde, sie waren glücklich, für immer zusammen sein zu können. Sogar vor dem Gesetz waren sie nun Mann und Frau.
"Weißt du was?", flüsterte Liz nach unzähligen Liedern aus der Jukebox in sein Ohr, "wir hatten noch gar nicht unseren Hochzeitstanz."
Max lächelte und drückte sie etwas fester an sich. Schliesslich stand er auf und bat ihr seine Hand an. "Darf ich bitten, Liz Evans."
"Sehr gern", antwortete sie strahlend. Sie begaben sich beide in die Mitte des Restaurants und tanzten ihren Hochzeitswalzer.
Die Bedienungen sahen sie etwas verwirrt an, doch man konnte auch ihren Neid in ihren Augen lesen. Denn so was Romantisches hatten sie lange nicht mehr erlebt.
Max und Liz vergassen die Blicke der Kellnerinnen, sie vergassen die Tische und Stühle um sich herum und sogar die Zeit. Denn es war ihr Tanz und wie auch immer die Umstände sein mochten, dies liessen sie sich von niemandem nehmen.
Sie tanzten bis die Nacht einbrach und immer weiter.
Maria steckte ungeduldig den Schlüssel ins Schloss der alten Haustür und rüttelte daran.
"Nun mach schon, lass mich rein, du blödes Ding!", rief sie verzweifelt, als die Tür nicht aufzugehen schien.
Sie liess für einen Augenblick ihre Arme hängen und ihre Handtasche rutschte von ihrem Arm auf den Boden.
"Ganz ruhig DeLuca", sagte sie zu sich selbst und drehte den Schlüssel erneut hin und her.
"Herrgott", schrie sie schliesslich und trat mit ihrem Schuh gegen die braune Tür. Und in dem Augenblick machte es klick und sie konnte eintreten.
Fluchend stieg sie die vielen Treppen hinauf. Jedes Mal fragte sie sich, warum sie ausgerechnet in den 5. Stock ziehen musste; in ein altes, klappriges Haus ohne Fahrstuhl und jeglichen Komfort. Sie bezweifelte, dass sie jemals hätte jemanden zu sich einladen können, ohne sich dafür zu schämen.
"Einmal werde ich so bekannt und berühmt sein, dass ich mir ein riesiges und vor allem schönes Haus mit einem grünen, kleinen Garten in der Vorstadt leisten kann", versuchte sie sich zu trösten, als sie keuchend vor ihrer Wohnungstür stand. Endlich da!
"Ob er wohl schon zu Hause ist?", überlegte sie, während sie wieder das Schlüssel-Dilemma hatte; doch diesmal klappte es wenigstens auf Anhieb.
Sie schloss die Tür hinter sich gut ab, denn in dieser Gegend war es ihr zugegeben viel zu gefährlich, schmiss ihre Schuhe in den winzigen, dunklen Flur und legte ihre Handtasche ab.
"Ich bin wieder da", rief sie und wartete auf Antwort. Als nichts kam, schlurfte sie erschöpft in das kleine, aber dennoch gemütliche Wohnzimmer. Denn wo eine DeLuca wohnte, war alles mit Liebe eingerichtet.
Sie liess sich auf die weiche Couch fallen, schaltete den Fernseher an und zappte gelangweilt alle Programme durch.
"Hey", kam nun doch eine Stimme aus der Kochnische, "da bist du ja. Ich versuche gerade, uns etwas aus den Resten hier zu kochen, aber..."
Eine kurze Pause entstand, dann hörte man ein Husten und Räuspern.
"Naja egal... Wie war das Vorsingen?"
Maria stöhnte auf: "Ach das war richtig beschissen. Da kann ich mich auch gleich als Striptease-Tänzerin bewerben... Sag jetzt lieber nichts dazu!", zischte sie schnell hinterher.
Sie seufzte noch einmal laut auf: "Wieso hat Gott mir diese unglaubliche Stimme gegeben, wenn es keinen in dieser verfluchten Stadt gibt, den das interessiert?"
*P a r t z w e i*
Kyle kam aus der Kochnische hervor und setzt sich nach kurzem Zögern neben sie.
"Wie wär's wenn wir uns eine Pizza bestellen?" lächelte er sie an, um sie wieder etwas aufzuheitern.
Doch das scheiterte.
"Ist mir egal", gab Maria gelangweilt wieder.
Kyle holte kurz tief Luft und sagte dann: "Maria? Ich mache mir Sorgen um dich!"
"Hmm", brummte sie nur, schaltete den Fernseher aus und legte schliesslich ihren Kopf auf seine Schulter.
Von draussen hörte man die Autos hupen und spürte das Zittern der Wohnung, wenn eine U-Bahn unter ihnen entlang ratterte.
"Weißt du", gab sie nach einiger Zeit der Stille von sich, "sein ganzes Leben hat man einen Wunsch und wenn dieser dann in irgendeiner Weise in Erfüllung geht, ist es ganz anders, als man es sich immer vorgestellt hatte. Ich meine, das kann doch jetzt nicht alles hier für mich sein?"
"Du meinst, du hast dir nie gewünscht, in einer schäbigen Wohnung mit mir zu leben, die wir nur dank meines Vaters auf die Schnelle bekommen haben und jeden Abend alten Säcken vorzusingen, die dir nur unter den Rock fassen wollen?" grinste er.
Sie sagte nichts, was ganz untypisch für Maria war und noch ein Grund für Kyle, sich um sie zu sorgen.
"Buddha sagt..." fing er an, als er von ihr sofort unterbrochen wurde.
"Oh bitte verschone mich mit Buddha!" bat Maria.
"Okay okay", gab Kyle nach.
Er drehte seinen Kopf etwas in ihre Richtung und betrachtete ihre langen Haare, die zu einem lockeren Zopf zusammen gebunden waren, ihre sonst so wachen Augen, die nun leer in den Raum blickten und ihre vollen Lippen, die ihre Mundwinkel nach unten zogen.
Kyle senkte seinen Kopf und meinte zu sich selbst: "Was ist nur aus uns geworden?"
Plötzlich sprang Maria von der Couch auf, stellte sich vor ihm hin und war dabei, zu explodieren.
Kyle glotzte sie mit grossen Augen an und fragte sich, was nun kommen würde.
"Aus uns ist gar nichts geworden!" rief sie entsetzt, als hätte sie gerade eine Erkenntnis gehabt.
"Weißt du, was unser Problem ist, Kyle?"
"Dass wir nicht kochen können und keinen Sportkanal empfangen?"
Maria ignorierte ihn und schrie weiter: "Unser Problem ist, dass wir eigentlich gar keins haben!"
Kyle kniff die Augen zusammen und versuchte, ihren Gedankengängen zu folgen.
"Ich meine, wir wurden als unschuldige Menschen in dieses ganze riesige ausserirdische Chaos mit hineingezogen! Am Anfangs war das ja noch ganz spannend und so weiter, aber nun habe ich alles verloren, was mir jemals wichtig war! Meine Freundinnen und meine Mutter ignorieren mich, meine allerbeste Freundin ist irgendwo. Ir-gend-wo! Vielleicht werde ich sie nie wiedersehen!"
Sie stockte. Ein dicker Kloss sass ihr im Hals und ihr wurde bewusst, was sie alles aufgegeben hatte. Für sie. Für die Aliens, die ihr ganzes Leben durcheinander gebracht haben.
"Ich bin nicht hier in New York, weil ich es will", rief sie weiter, "sondern weil ich nicht mehr zurückkann! Das ist ein grosser Unterschied!
Ich hätte nie gedacht, dass ich das miefige Roswell, New Mexico, einmal vermissen würde. Aber ich kehre wahrscheinlich nie wieder dahin zurück!"
Ihre Stimme fing an zu zittern und man hörte ihre Verzweiflung heraus.
"Ich meine nie wieder..." Maria musste sich zusammen reissen, nicht in Tränen auszubrechen, so sehr ging ihr das ganze an die Nieren.
Auf einmal stand sie da wie ein Häufchen Elend, ohne Mutter, ohne Zuhause.
Kyle konnte das nicht mit ansehen. Wortlos stand er auf und nahm die verzweifelte Maria in den Arm.
Nun konnte sie ihre Trauer nicht mehr verbergen und weinte ganz leise.
Kyle hielt sie fest.
"Du vermisst Michael, nicht wahr?" fragte er leise.
"Ich hasse ihn", erwiderte sie weinend, "ich hasse ihn dafür, dass ich ihn so sehr liebe!"
Dieses Gefühl des Vermissens kannte Kyle auch. Nicht nur, dass er seinen Vater und seine gewohnte Umgebung vermisste, ihm fehlte auch Isabel.
Die Gespräche mit ihr, ihr Lachen, das Gefühl, wenn er sie sah und dass sein Herz jedes Mal etwas schneller schlug, wenn sie in der Nähe war.
"Aber wenigstens bin ich nicht ganz alleine", dachte er, denn Maria wäre so einsam sicher auch eingegangen. Wie eine hübsche, sonst so kräftige Blume, die jedoch ohne Wasser immer schwächer wird.
Obwohl es schon sehr spät in der Nacht war, brannten in den Nachbarhäusern immer noch Lichter, der Verkehr stand nicht still und jede paar Minuten ratterte die U-Bahn unter der Erde entlang.
Die Stadt, die nie schläft.
"Dies hier wirkt nicht so wie die Flitterwochen-Suite" gab Liz von sich, während sie den dunklen Flur des Motels zu ihrem Zimmer entlang gingen.
"Ich weiss", seufzte Max, "ich verspreche dir, dass wir einmal in einem todschicken Hotel einchecken werden, in dem du nur so verwöhnst wirst mit allem, was du willst."
Liz musste grinsen, schlang von hinten ihre Arme um seinen Oberkörper und flüsterte in sein Ohr: "So lange ich von dir verwöhnt werde..."
Max grinste ebenfalls.
"Liz, wenn du mich so festhältst, kann ich nicht aufschliessen."
"Entschuldigung Majestät", witzelte sie.
Als Max ihr Motelzimmer aufschloss, ergab sich ihnen wirklich nicht der Blick einer schicken Suite.
Es war eher düster und sehr sperrlich eingerichtet, doch wenigstens war es sauber und das einzige, was sie sich im Moment leisten konnten.
"Okay, ich hab mir wirklich etwas anderes vorgestellt", gab Liz nun etwas enttäuscht zu und wollte das Zimmer betreten.
"Halt! Warte!" rief Max ihr zu und versperrte ihr den Weg mit seinem Arm.
Liz sah ihn erschrocken an. "Was ist denn los?"
"Es ist zwar nicht unsere Wohnung, aber das erste Zimmer, das wir betreten und daher..."
Er legte seinen rechten Arm um ihre Schultern und umfasste mit dem anderen ihre Beine.
"Was hast du vor?", fragte Liz überrascht.
Max trug sie nun auf seinen Armen und Liz schlang ihre Arme um seinen Hals, um sich festzuhalten.
Er lächelte, gab ihr einen liebevollen Kuss und sagte leise: "Ich muss doch meine Braut über die Schwelle tragen!"
"Oh nein, das glaub ich nicht.. das ist ja..."
Sie war sprachlos, lachte dann aber voller Erstaunen und wunderte sich, dass Max sie immer noch überraschen konnte, obwohl sie schon so viele Seiten von ihm kannte.
Max trug sie über die Schwelle in das kleine Zimmer, stiess mit einem Fuss hinter ihnen die Tür zu und legte sie vorsichtig auf das Bett.
Er küsste sie noch einmal, aber diesmal leidenschaftlicher und legte sich neben sie.
Das war der erste Moment, in denen sie wirklich zur Ruhe kommen konnten und ganz für sich allein waren. Und dies genossen sie mit jedem Atemzug.
"all that we have is each other
and that's all I've ever wanted"
"Mhm weisst du", fing Liz an, während sie sich immer weiter küssten, "ich könnte ein Buch..." sie kam gar nicht zum Luft holen, "..darüber schreiben, wie es ist, mit einem Alien zusammen zu sein."
Max grinste, küsste zärtlich ihren Hals und flüsterte: "Und wie ist das?"
"Es ist so..." sie streichelte und liebkoste ihn und erzählte grinsend weiter: "Und so..." während sie gar nicht mehr aufhörte, ihn überall zu küssen.
"Das... hast du schön gesagt", grinste Max zurück und hielt sie ganz fest.
Plötzlich kamen blitzschnelle Bilder in ihren Kopf geschossen. Bilder, die sie hätte lieber verdrängen wollen. Eine weinende Maria. Fünf Männer um sie herum, die Pistolen gegen ihren Kopf richten. Einen bewusstlosen Kyle, der hilflos am Boden liegt.
"Oh mein Gott!"
Liz schreckte hoch, der Schock und die Angst sassen ihr noch in allen Gliedern.
"Liz, was hast du?" fragte Max ernst.
Verzweifelt sah sie ihn an, schlug dann die Hände vors Gesicht und strich sich langsam ihre langen Haare zurück.
"Max, es ist noch nicht vorbei", sagte sie schockiert und traurig zugleich. Sie zitterte am ganzen Körper.
"Kyle und Maria sind in Gefahr! Sie werden vielleicht sterben!"
wird fortgesetzt
cover & fanfiction by Inoue