:: fanfictions *One Christmas gift and its consequences* ::

Autor :: Inoue
Kategorie :: UC, Michael/Liz, Kyle/Isabel
Rating: R-6/PG-13
Zeitpunkt :: kein bestimmter
Spoiler :: keine
abgeschlossen


One Christmas gift and its consequences
*eine etwas andere Weihnachtsgeschichte*


"Kann ich Ihnen helfen?"
"Ja das können Sie durchaus. Ich brauche einen Tannenbaum. Einen sehr hohen mit guter Nadeldicht..."
"Miss, es ist schon Weihnachten, die Bäume sind hier schon ziemlich ausgesucht. Solche Ansprüche können Sie vergessen."
"Hören Sie mal zu, ich kümmere mich um ein Heim mit 120 lieben kleinen Kindern, die nur darauf warten, dass ein grosser, prächtiger Weihnachtsbaum heute Abend ihren Essraum schmückt, weil sie sonst gar nichts von diesem Weihnachtsfest haben. Er soll nicht gut sein, sondern perfekt. Hören Sie, perfekt!"

Isabel rennt dem alten Tannenbaumverkäufer empört hinterher, der ihr ein paar mickrige Bäume zeigt, woraufhin sie ihm die tragische Geschichte der Kinder in einem härteren Ton noch einmal ausführlicher erzählt.
Kyle schaut auf die Uhr.
"Jetzt kommt das Football-match", seufzt er, "naja wenigstens kann ich Isabel etwas helfen, sonst würde ich nur alleine zu Hause rumsitzen, wenn Dad schon nicht da ist."
Er lächelt Isabel hinterher.
"Und ausserdem bin ich gern in ihrer Nähe."
"Ist diese ähm engagierte Dame Ihr Freundin?"
Kyle dreht sich um und sieht noch einen Verkäufer, der genervt die letzten Tannen zusammenbindet.
"Meine.. meine Freundin? Achso nein, ich helfe ihr nur", lacht er verlegen.
Der Verkäufer nörgelt etwas von "endlich Feierabend" und verschwindet zum nächsten Punsch-Stand.
"Leider", flüstert Kyle zu sich selbst und beobachtet Isabel, wie sie sich skeptisch einen Baum ansieht. Ihren schicken, roten Mantel mit den hohen Stiefeln, ihre braunen, lockigen Haare, ihre wunderschönen Augen und ihre roten, vollen Lippen.
"Ach vergiss das ganz schnell wieder", ermahnt er sich und kramt in seinen Taschen nach Geld für einen Punsch.


"Heute ist der 24. Dezember. Max verhält sich in der letzten Zeit irgendwie eigenartig. Ich habe herausgefunden, dass er sich mit jemandem zu treffen scheint. Und er belügt mich deswegen. Ich weiss nicht, was ich darüber denken soll. Hoffentlich liegt das nur an Weihnachten... aber was, wenn nicht? Heute hat er sich z.B. noch gar nicht gemeldet, dabei ist Heilig Abend und er weiss genau, dass meine Eltern dieses Jahr verreist sind."
Liz seufzt, legt ihren Füller neben sich auf das Polster des Stuhls und drückt ihr Tagebuch an sich. Nun fühlte sie sich doch schon etwas alleine und wünschte, Max wäre bei ihr. Ganz nah.
"Liz", ruft eine klare Stimme in dem Augenblick. Liz springt auf und schaut freudig von ihrem Balkon hinunter. Doch der, den sie sieht, ist nicht ihr Max.
"Was machst Du hier?" fragt sie erstaunt und schon etwas enttäuscht.
"Ich wollte mich einmal so wie Max fühlen."
Michael klettert die Leiter hinauf und grinst ironisch.
"O-okay" erwidert Liz etwas verwirrt und macht noch ein paar Lampen an. Für diese Situation war es doch etwas zu schummrig nur mit diesen roten Lichterketten.
Als sie sich umdreht, blättert Michael schon interessiert in ihrem Tagebuch.
"Hey! Das ist privat!"
"Max trifft sich mit jemandem?", fragt er schockiert, "bist du dir da sicher?"
"Nein", Liz entreisst ihm ihr Buch und drückt es ganz fest an sich, "aber manchmal ertappe ich mich bei dem Gedanken, ob er eine Freundin hat. Neben mir..."
"Hm", macht Michael nur und lässt sich auf den Stuhl fallen, "Max ist bei Maria."
Liz guckt ihn entgeistert an: "Aber Maria ist doch heute mit ihrer Mutter in Santa Fe!"
"Nein, sie hat mich gerade rausgeworfen", erwidert Michael und legt die Stirn in Falten.
"Ich wollte zu ihr, sie spontan besuchen und dachte, sie würde sich freuen. Stattdessen lässt sie mich nicht einmal rein. Ich meine, ich habe Max' Auto vor ihrem Haus gesehen, doch sie tat so, als müsste sie ein grosses Geheimnis daraus machen. Sie hätte mir einfach sagen können, dass Max gerade bei ihr ist, verstehst Du?"
"Max meinte zu mir, er müsste heute etwas Wichtiges erledigen, wollte mir aber nicht erzählen was", Liz schluckt.
"Er-le-di-gen", wiederholt Michael nur langsam.
"Meinst du, die beiden...?", Liz wagt es nicht einmal, das auszusprechen.
"...Sagen uns auf jeden Fall nicht die Wahrheit", beendet Michael nüchtern ihren Satz.
Liz kann keinen klaren Gedanken mehr fassen. Langsam setzt sie sich neben Michael und guckt ihn nur fassungslos an.
"Hey, nun mal dir nichts aus", versucht er sie aufzumuntern, "ich bin in derselben Situation wie du."

Liz' Herz klopfte noch nie so schwer wie in diesem Moment. Auf einmal kommt sie sich wie ein Häufchen Elend vor.
Michael schaut sie lange an und schliesst sie dann zärtlich in seine Arme. Schliesslich legt auch sie ihre Arme um ihn.

Lange sitzen sie dort, während im Hintergrund leise Liz' CD-Player einen Weihnachts-Song nach dem anderen spielt.

Liz lässt ihn langsam wieder los und Michael schaut ihr in die Augen und sagt ruhig: "Egal was es ist, wir stehen das sicher durch... zusammen."
Liz' Herz beruhigt sich wieder und sie fühlt sich auf einmal bei ihm geborgen. Michael lächelt ein wenig, streichelt dann vorsichtig Liz' Wange und küsst sie.


"So Kyle, ich habe einen Baum gefunden. Hat auch sehr lange gedauert, aber dafür ist er nahezu perfekt!"
Isabel steht strahlend vor ihm, den Tannenbaum neben sich an eine Laterne gelehnt.
Kyle sitzt schlapp auf einer Bank direkt vor den ganzen Tannenbäumen; um ihn herum sind einige leere Pappbecher verstreut.
"Weißt Du was, Isabel" fängt er glucksend an: "dies ist ein sehr trauriges Weihnachtsfest. Alle laufen hier mit ihren Freundinnen rum. Eben habe ich Jackson gesehen. Ich meine Jackson!" er lacht und wedelt mit seinen Armen in der Luft herum: "Sogar der hat eine Freundin. Nur ich nicht. Mit Buddha habe ich das schon ausgemacht. Aber ich bin immer noch allein. Und weißt du was das Schlimmste ist, Isabel? Ich komme nicht einmal mehr von dieser Bank hier hoch."
Isabel mustert ihn: "Kyle, wie viel Punsch hast Du getrunken!?"
Er zuckt mit den Schultern und sie setzt sich schliesslich neben ihn auf die Bank.
"Wir finden schon eine Freundin für dich. Ich meine, dir müssten die Mädchen doch hinterher laufen! Und ausserdem habe ich auch niemanden", versucht sie ihn zu trösten.
"Hm, aber Du bist auch nicht unglücklich verliebt."
Isabel schaut ihn fragend an: "Bist Du es?"
Kyle antwortet nicht, er döst vor sich hin.
Isabel lächelt ihn an und legt schliesslich ihren Kopf auf seine Schulter.

Ein paar Autos rauschen an ihnen vorbei, wenige Leute spazieren nach Hause zu ihren Familien und für einen Moment vergisst Isabel ihre ganzen Dinge, die auf ihrer Liste stehen und erledigt werden müssen. Sie vergisst die Zeit und die Hektik.
Nur sie und Kyle.

Sie beobachtet ihn, wie er dort sitzt und mit geschlossenen Augen vor sich hin döst und auf einmal muss sie lächeln. Sie weiss nicht einmal warum.
"Komm, ich kann dich aufmuntern", stupst sie ihn von der Seite an. "Hab noch gar kein Geschenk für dich. Wie wär's mit einem Traum? Nur du und Stacey aus dem Playboy. Oder wie die auch immer heisst..."
Isabel grinst ihn an, während Kyle wieder seine Augen aufschlägt und sie ruhig anschaut.
"Du... bist mein Geschenk."
Er umfasst ihr hübsches Gesicht und küsst Isabel.
Erschrocken fährt sie zurück. Kyle reagiert überrascht und dreht sich dann weg.
"Tut mir leid, Isabel! Ich bin... so ein Idiot", flüstert er.


Liz öffnet langsam ihre Augen und steht hastig auf, erschrocken darüber, dass sie und Michael sich wirklich geküsst haben.
Aber das macht ihr eigentlich gar nicht so sehr zu schaffen, sondern eher die Tatsache, dass es wirklich schön war...
In ihren beiden Köpfen entsteht ein Chaos voller Gedanken: "Was mache ich nun? Soll ich es Max erzählen? Wird Maria es herausfinden? Haben die beiden wirklich etwas miteinander... und wir... nun auch?"
Michael runzelt die Stirn: "Vielleicht gehe ich jetzt mal lieber".
Er steht auf... und in diesem Augenblick fängt es langsam an zu schneien.

Liz schaut in den dunklen Sternenhimmel und es fallen tatsächlich kleine Schneeflocken auf die Erde.
"Es schneit!", sagt Michael erstaunt.
"Aber es ist weit über 0° C, das kann gar nicht sein", überlegt Liz.

Doch als immer mehr und mehr Schneeflocken ihre schwarzen, seidigen Haare bedecken, schliesst sie die Augen und vergisst für ein paar Sekunden alles um sich herum, was sie gerade gedacht und getan hat.
Langsam streckt sie ihre Hände aus, um den zarten Schnee zu fühlen.
Michael setzt sich auf die Mauer neben der Leiter, die er nun nicht mehr hinabklettern möchte.
Er beobachtet Liz, wie sie inmitten der fallenden Schneeflocken tanzt, lächelt ihr zu und sagt liebevoll: "Fröhliche Weihnachten, Liz."
Liz dreht sich zu ihm und sieht ihn nur glücklich an.


Zwischen Kyle und Isabel ist Stille eingetreten. Beide wissen nicht so recht, wie sie jetzt miteinander umgehen sollen.
Schliesslich bricht Kyle das Schweigen: "Es ist Weihnachten. Geh ruhig zu deiner Familie, Isabel."
Etwas zögerlich steht sie auf und geht.
Kyle seufzt und zerbricht sich den Kopf darüber, warum er einmal seinem Gefühl gefolgt ist, als sich Isabel jedoch umdreht und Kyle von der Bank hochzieht.
"Das wird ein schönes Weihnachtsfest", sagt sie entschlossen und küsst ihn liebevoll.
Kyle fühlt sich so glücklich wie nie zuvor und auch wenn es für Isabel neu und schwierig ist, sich ganz einem anderen Menschen hinzugeben, weiss sie, dass dies mit Kyle nur richtig sein kann.

Und etwas abseits steht der nahezu perfekte Tannenbaum.


Maria schaut aus dem Fenster des Crashdown Cafes in die dunkle Stadtlandschaft mit den weihnachtlichen Lichterketten, die nun allmählich von dem weissen Schnee bedeckt wird.
"Das sieht wunderschön aus, Max!"
Max steht neben ihr und legt behutsam seinen Arm um Maria.
"Liz wird sich sicher freuen, wenn sie das gerade von ihrem Balkon aus sieht. Ein kleiner Vorgeschmack auf die Weihnachtsüberraschung, die wir so lange für sie und Michael vorbereitet haben."
Er drückt Maria etwas fester an sich.
"Meinst du, sie haben etwas gemerkt?", überlegt Maria in einem ernsten Ton.
"Diese ganze Heimlichtuerei in letzter Zeit..."
"Ganz sicher nicht..."
Max lächelt sie an und gibt ihr einen Kuss auf die Wange.
"Fröhliche Weihnachten, Maria!"


*Ende*


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